PROJEKT ICH

// Marc Becker, UA: 22. Februar 2008, Theaterbar Berlin & im Rahmen des 100° Berlin-Festivals 2008 im Hebbel am Ufer, HAU3
Gastspiel: Theater Magdeburg 2008

Ein junger Mann wacht eines Morgens mit der Erkenntnis auf, dass sich etwas ändern muß in seinem Leben und beschließt ab sofort, „sowas wie ein Künstler“ zu werden. So ablehnend seine Umwelt anfangs auf seine Kot-, Urin- und Sperma-Bilder und öffentlichen Performances reagiert, so angezogen fühlt sie sich nach kurzer Zeit. Ein Galerist kauft seine ersten Bilder und die Stadt beginnt, sich allmählich für ihn zu interessieren, bis sie ihm ein eigenes Museum baut und ihn mit Sperma im Goldenen Buch der Stadt unterschreiben lässt. Menschen aus der ganzen Welt pilgern zu ihm, um ihn auf dem Marktplatz bellen zu hören und bei seinen nächsten Taten live dabei zu sein. Schließlich entsteht das größte Kunstwerk vor seinen Augen, die Überschreitung der Grenze des überhaupt Denkbaren und Möglichen.

Marc Becker spielt in PROJEKT ICH lakonisch mit Gesellschafts- und Kunstdiskursen, die im Umfeld der Aktionskunst (Fluxus, Happening, Performance, u.a.) angesiedelt sind, und die, obwohl diese Strömung bereits weit ins vergangene Jahrhundert hineinreicht, auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Wann wird etwas zu Kunst und erhält dieses Prädikat von wem? Wie weit kann Kunst gehen? Welchen Einfluss haben die ökonomischen Prozesse, in denen wir leben? Und welche Wirkung haben diese mit all ihren Selbstvermarktungsstrategien auf die Produktion und Aneignung von Kunst und damit letztlich auf unser gesellschaftliches Zusammenleben?

Mit: Markus Kunze
Regie: Johanna Hasse
Licht: Hajo Krause