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Bruchlinien von Michael Alexander Müller

Bruchlinien
von Michael Alexander Müller

Eine simultane ON-OFFline-Koproduktion zwischen dem Theater unterm Dach Berlin und dem monsun.theater Hamburg

Uraufführung am 28. August 2020 um 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 29. & 30. August, 3. & 4. September, 9., 10. & 11. Oktober 2020, jeweils um 20 Uhr

“Bruchlinien” ist ein öffentlicher Bericht, in dem zwei wahre, aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen anonym gehaltene Fälle sexuellen Missbrauchs verhandelt werden. Da ist das Mädchen, das von ihrem Stiefvater jahrelang unter den Augen ihrer Mutter missbraucht wurde, und der Junge, der von seinem Jugendbetreuer eines Eisenbahnvereins über mehrere Jahre hinweg vergewaltigt wurde. Zwei Kinder, eingeschüchtert und gefangen in ein System aus Verrat, Manipulation, psychischem Druck und brutaler Gewalt im vertrauten Umfeld. Zwei Kinder, die das Erlebte über Jahre verdrängt und aus Angst und Schamgefühl geheim gehalten haben. Jahre später erst können sie sich ihrer Vergangenheit stellen, brechen das Schweigen und stellen Strafanzeige.

Sie übergeben ihre Akten, Erinnerungsprotokolle und Briefe dem Autor Michael Alexander Müller, der ihr Erlebtes zu einem Theatertext dramatisiert hat. Eine Berichterstatterin und ein Berichterstatter rekapitulieren das Geschehen für die Öffentlichkeit. Vergangenes wird gegenwärtig. Während beide Fälle juristisch verjährt sind, erwachen die Menschen und ihre Schicksale hinter den Akten zu neuem Leben, geben Auskunft und fordern Aufklärung.

Das Theater unterm Dach Berlin und das monsun.theater Hamburg arbeiten sowohl analog als auch digital zusammen. Während das Publikum im Saal des Theaters unterm Dach der Aufführung beiwohnt, gibt es die Möglichkeit, die Vorstellungen simultan per Livestream zu verfolgen und aktiv teilzunehmen. Im Live-Chat können die Teilnehmer*innen sich mit anderen austauschen, live mitreden, kommentieren und diskutieren. Moderiert wird das virtuelle Community-Viewing von Mitgliedern des Produktionsteams, die Auskunft geben über die Inszenierung und einzelne Wortbeiträge und Fragen für die Bühne freischalten, die wiederum von der Berichterstatterin und dem Berichterstatter im Theater aufgegriffen werden. Darüber hinaus werden die ONline Teilnehmer*innen zu Interaktionen aufgefordert, die zurück auf die Bühne wirken und somit an der visuellen Gestaltung der analogen Bühnenästhetik zu partizipieren.

Mit: Melissa Anna Schmidt, Urs Fabian Winiger
Konzeption/Regie: Johanna Hasse
Konzeption/Ausstattung: Francoise Hüsges
Video/Animation: Mara Wild
Licht: Thomas Schick
Technik OFFline: Oliver Gayk, Robert Schüller
Technik ONline: Ole Schmetzer, Jonas Fülscher

OFFline:
Theater unterm Dach
Danziger Straße 101
10405 Berlin
www.theateruntermdach-berlin.de
OFFline-Karten: 030 – 902 953 817
theateruntermdach@gmail.com

ONline:
monsun.theater
Friedensallee 20
22765 Hamburg
www.monsun.theater
ONline-Zugang: www.monsun.theater

Vater von Florian Zeller Theater Altenburg Gera

Vater
von Florian Zeller

Premiere am 2. Oktober 2020 um 19:30 Uhr
Weitere Vorstellungen: 4. & 22. Oktober 2020, 24. & 30. Januar, 2. Juli 2021

André ist um die Achtzig und lebt allein in seiner Pariser Wohnung. Beinahe täglich besucht ihn seine Tochter Anne. Und dann gibt es noch diese Frau, die er gerade mit der Gardinenstange verjagt hat. Angeblich soll sie sich um ihn kümmern, klaut aber seine Uhr, ohne die er nicht leben kann. Plötzlich steht ein fremder Mann in Andrés Wohnung, die jetzt gar nicht seine sein soll, und behauptet Annes Mann zu sein. Irgendwas stimmt nicht, als habe André „kleine Löcher im Gedächtnis“.

Florian Zellers Stück über Altersdemenz wurde 2012 in Paris uraufgeführt, 2014 mit dem Prix Molière ausgezeichnet und auf den Bühnen Europas wie auch am Broadway in New York aufgeführt. Der Autor nimmt den Zuschauer mit auf die Reise in Andrés Welt. Aus der Perspektive des Demenzkranken erzählt, führt der französische Erfolgsautor damit auch das Publikum in zeitliche und räumliche Orientierungslosigkeit. Dabei offenbart der Text nicht nur Momente der Hilflosigkeit, sondern besticht insbesondere durch die charmante, einfühlsame Figurenzeichnung des Protagonisten.

Mit: Ines Buchmann, Thorsten Dara, Michaela Dazian, Johannes Emmrich, Peter Prautsch, Nolundi Tschudi
Regie: Johanna Hasse
Bühne & Kostüme: Christian Klein
Dramaturgie: Catharina Jacobi

Theater Altenburg Gera
Theaterplatz 1
07548 Gera
www.theater-altenburg-gera.de
Karten: 0365 – 827 91 05
kasse@theater-altenburg-gera.de