EPIC 3.0

// Hubert Schipkowski, P.: 27. Februar 2010, 9. Festival für Neue Dramatik, Theater Halle 7 München

EPIC, das Evolving Personalized Information Construct, ist DER unangefochtene Main-Player des Internets und der weltweiten digitalen Kommunikation. Seine Dienste und kostenlosen Services sind allgegenwärtig. Im Zuge der Digitalisierung unseres ganz alltäglichen Lebens und unseres Denkens platzieren sich die verschiedensten EPIC-Services an allen nur denkbaren Schnittstellen. Jeder Computernutzer ist EPIC-Nutzer. Muss die damit einhergehende Informationsmacht nicht beunruhigen?

Mit: Agnes Burger, Uwe Kosubek, Sascha Linke, Toni Osmani, Mark Römisch
Regie: Johanna Hasse
Bühne & Kostüme: Nina Danelon, Valentin Bossert
Video: Martin Sterler

// Presse

Mit seinem Debüt-Stück hat Hubert Schipkowski vor dem Hintergrund des aktuellen Web 2.0 und den Möglichkeiten der Manipulation des Internets und seiner Nutzer einen Medienkrimi in schnellen filmischen Schnittbildern vorgelegt: Hagen will etwas bewegen. Seine Freundin Anna braucht einen Job. Falk will Unternehmer des Jahres werden. Thees sucht eine Freundin. Sie alle arbeiten für Internet-Community-Unternehmen und sind Teil einer Gesellschaft, die Gabor analysiert. Sein Werkzeug ist das “Evolving Personalized Information Construct”, kurz EPIC 3.0 – das digitale Netzwerk, das sie alle versteht. Angetrieben von dem Wunsch nach Erfolg werfen die Protagonisten des Stückes nach und nach ihre Ideale über Bord, um ihre Karriere voranzutreiben. Wer aber mehr sein will, als nur Mitläufer, der muss schon die Regeln des Spiels bestimmen. Wie Gabor, der in Hagen einen verwandten Geist sieht, einen Auserwählten, der dafür bestimmt ist, mithilfe von EPIC 3.0 eine ideale Gesellschaft zu erschaffen. Hagen, gescheitert mit seinem idealistischen Projekt einer ebenso politischen wie kritischen Internetplattform, hat das Gen des Machers in sich. Ob nun für eine gute Sache oder eine andere, die vielleicht sogar die bessere ist? Gabor gelingt es, Hagen für ein System der Selektion zu gewinnen. K-Magazin, Ausgabe 84, März 2010